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03.01.2004

Entwurf zu Gentechnikgesetz: "Verbraucher wider Willen Versuchskaninchen"

Schindlers Beifall absolut unverständlich

"Gentechnik hat im Freiland nichts zu suchen. Menschen werden gegen ihren Willen zu Versuchskaninchen gemacht. Das ist ungeheuerlich und eine bewusst in Kauf genommene Verletzung der körperlichen Unversehrtheit."

So kommentierte Heidelind Weidemann, Landesvorsitzende des BUND Rheinland-Pfalz, die heutige Einigung des Bundeskabinetts auf ein Gentechnikgesetz in Umsetzung der sog. Freisetzungsrichtlinie der EU.

Vor allem falle Bauernpräsidenten Norbert Schindler seinen Berufskollegen bedenkenlos in den Rücken, wenn er unkritisch den Künastschen Entwurf lobt. In Zukunft nämlich sähe sich die überwiegende Zahl unserer Bauern, die im Interesse ihrer Kundschaft Wert legen auf gentechnikfreien Anbau, durch die Gefahr der Vermischung von gentechnikfreiem und gentechnisch verändertem Anbau durch unkontrollierbaren Pollenflug erheblichen existenziellen Risiken ausgesetzt.

"Wir betrachten es als Hohn, den Verbraucher darauf zu verweisen, er könne Gentechnik ja ablehnen, statt ihn vor den Folgen dieser gefährlichen Technologie zu schützen. Der globale Handel hat den Anbau längst vom Konsum abgekoppelt und kein Verbraucher kann sich  -  wie sich Frau Künast das vorstellt  -  mit dem Einkaufskorb dagegen wehren, dass in seiner Nachbarschaft für den Weltmarkt Genfood erzeugt wird", so Weidemann weiter.

Welch geballter Lobbymacht unsere Landwirtschaftselite in Politik und Verbandswesen erliege, werde nach Aussage der BUND-Vorsitzenden besonders deutlich am Schicksal des im Jahr 1998 aus dem schottischen Rowett-Research-Institut innerhalb von zwei Tagen hinausgeworfenen Forschers Arpad Puszetai. Dieser hatte es gewagt, zu Versuchszwecken gentechnisch veränderte Kartoffeln an Ratten zu verfüttern und die Schädigungen an den Tieren der Öffentlichkeit mitzuteilen. Es hat dem Wissenschaftler bisher weder genutzt, dass seine Experimente längst von unabhängigen Forschungseinrichtungen bestätigt worden sind noch dass das Öko-Institut Freiburg seine Rehabilitierung und praktische Konsequenzen aus seinen Erkenntnissen fordert.

Quelle: BUND Rheinland-Pfalz


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