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21.12.1999

Übertriebener Ordnungssinn und mangelnde Sachkenntnis bei Gehölzpflegemaßnahmen

BUND SÜW kritisiert übertriebenen Ordnungssinn und mangelnde Sachkenntnis bei Gehölzpflegemaßnahmen der Straßenbauverwaltung entlang der B10 bei Siebeldingen und an der Weinstraße zwischen Birkweiler und Ranschbach.

Vor wenigen Tagen wurden entlang der B10 bei Siebeldingen massive Eingriffe in die Strassen begleitenden Gehölzbestände vorgenommen, die bei Umwelt- und Naturschützern auf heftige Kritik stoßen. Entlang einer Strecke von einigen hundert Metern wurden Bäume im Stammbereich entastet und großflächig Strauchwuchs entfernt. Sowohl aus ökologischer Sicht als auch hinsichtlich des Lärmschutzes wirken sich die durchgeführten "Pflegemaßnahmen" ausgesprochen negativ aus. Denn das Gehölzdickicht hatte vielerlei Funktionen: So waren die Sträucher trotz der Nähe zur B10 Lebens- und Nahrungsraum für viele Insekten, Kleinsäuger- und Vogelarten. Die höherwüchsigen Gehölze schirmten den Straßenlärm gegen Siebeldingen zu einem beträchtlichen Teil ab. Siebeldinger Bürger und Bürgerinnen wussten dies sehr zu schätzen. Auch unter den Anwohnern wird derzeit vielfach Kritik gegen die weitgehende Zerstörung des Gehölzbewuchses laut.

Ganz ähnlich sieht es entlang der Weinstraße zwischen Birkweiler und Ranschbach aus. Auch hier wurden ohne ersichtlichen Grund dichte Gehölzbestände aufgelichtet und ihrer ökologischen Funktionen beraubt.

Vernünftige Argumente für derart radikale "Pflegeeingriffe" lassen sich nach Ansicht des BUND nicht finden. Vielmehr scheinen hier übertriebener Ordnungssinn und mangelnde Sachkenntnis den Ton angegeben zu haben. Daher fordern die Umweltschützer, dass die für derartige Maßnahmen zuständigen Mitarbeiter der Straßenbauverwaltung hinsichtlich ökologischer Fragestellungen gezielt aus- und weitergebildet werden.


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