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Pilze sammeln im Herbst u. a.
Naturerlebnis mit Herz und Verstand
suchen!
Radioaktivität bei Pilzen
messen! Risiko Fuchsbandwurm
Jetzt ist auch im Wald Erntezeit. Pilz- und
Früchtesammler, Wanderer und Spaziergänger sind wieder in hellen Scharen unterwegs und
suchen das intensive Naturerlebnis. Dabei lassen sie manchmal ihrem Sammeltrieb etwas
allzu freien Lauf. Der BUND möchte daher mit einigen Hinweisen, Forderungen und Warnungen
um möglichst sachgerechtes Verhalten bitten:
- Da Pilze radioaktive Stoffe anreichern, muss gefordert werden,
dass die zuständigen Behörden analog den aktuellen Befunden bei Wildschweinen im
Pfälzerwald die Radioaktivität in essbaren Pilzen messen lassen und die
Ergebnisse veröffentlichen. Leider ist nicht davon auszugehen, dass die Folgen von
Tschernobyl nur auf Wildschweinfleisch eingegrenzt werden können.
- Erst vor geraumer Zeit wurde festgestellt, dass in Rheinland-Pfalz jeder
dritte Fuchs - in den Landkreisen Daun, Birkenfeld und Südwestpfalz sogar
jeder zweite Fuchs - vom Fuchsbandwurm befallen ist. Es ist daher große Vorsicht bei
allen bodennah wachsenden Früchten am Platz. Der Parasit führt beim Menschen zu
lebensgefährlichen Erkrankungen an Leber, Nieren und Gehirn.
- Dem Naturhaushalt darf nicht mehr entnommen werden, als vernünftigerweise
für den eigenen Bedarf benötigt wird. Das neue Landeswaldgesetz verbietet
gewerbliches Sammeln von Walderzeugnissen ohne Erlaubnis des Waldbesitzers.
Raffgier beim Sammeln von Pilzen und Früchten, von denen dann wieder ein Großteil
ungenutzt weggeworfen wird, ist kein Beitrag zur Nachhaltigkeit. Außerdem ist es kein
Vorbild für Kinder und Jugendliche.
- Vor allem aber das sachgerechte Ernten von Pilzen verhindert
eine Übernutzung der Bestände. Zur Schonung des Myzels, des unsichtbar unter der Erde
wachsenden Fadengeflechts, das den eigentlichen Pilz darstellt, muss der Stil mit einem
scharfen Messer durchschnitten werden; Ausnahme: der Steinpilz, der
"herausgedreht"" werden soll.
Wenn die Belastung der Natur durch Pilzsammler zu
sehr wächst, gehen bestimmte Arten zurück. Daher müssen die Lebensräume unserer
heimischen Pilze geschützt werden. Moderndes Holz z.B. oder feuchte Stellen sind
Voraussetzung für die Erhaltung vieler Pilzarten. So sollten sich Wanderer im Wald nicht
stören an angeblich unordentlich herumliegendem Totholz.
Zum Pilzesammeln sollte man sich am besten in
Gruppen aufmachen, die von ausgewiesenen Experten geführt werden.
- Unsere Mittelgebirgs- und Auwälder sollen Erholungsort und Schonort
für Mensch und Natur bleiben. Rudelweises und lärmendes Eindringen außerhalb der
gebahnten Wege - z.T. unter Einsatz von motorisierten und nichtmotorisierten Rädern -
verdirbt anderen das Naturerlebnis.
Grundsätzlich gilt:
Natur liebt und erhält nur der, der sie um ihrer
selbst willen aufsucht und genießt.
Falls Sie Fragen haben, einfach anrufen.
Kontaktadresse:
BUND
Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail: [email protected]
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