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26.11.1999
7. Dreiländerkongress zum Oberrhein
Umweltschützer aus Frankreich, Schweiz und Deutschland fordern "Öko-Modellregion Oberrhein" Verkehrschaos verhindern! Landschaftsverbrauch bremsen! Naturpotentiale erhalten! Abgestimmt handeln! Mit diesen Kernforderungen traten vier Umweltorganisationen aus dem Kanton Basel, dem Elsass sowie Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an die Öffentlichkeit. Sie wollen damit im Vorfeld des in dieser Woche in Neustadt/Wstr. stattfindenden Dreiländerkongresses ihrer Forderung Nachdruck verleihen, das Oberrheingebiet zu einer Öko-Modellregion zu entwickeln.
Die vier Umweltverbände BASNU (Basler Arbeitsgemeinschaft für den Schutz von Natur und Umwelt), Alsace Nature sowie die BUND-Landesverbände Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben im Rahmen einer Briefaktion den 13 Verantwortlichen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Oberrhein ihre Vorstellungen dargelegt. Das Schreiben enthält einen 9 Punkte umfassenden Forderungskatalog für eine zukunftsfähige, nachhaltige Entwicklung am Oberrhein.
Die historisch einmalige Chance, das Oberrheingebiet zu einer "Öko-Modellregion" zu entwickeln ließe sich nur dann nutzen, wenn die Handelnden über eine rein ökonomische Betrachtungsweise hinausdenken würden.
In diesem Zusammenhang sei dem Thema Verkehr verstärkte Aufmerksamkeit zu widmen. Das Oberrheintal würde zwangsläufig zum "Auspuffrohr Europas", wenn man weiterhin die Dinge sich selbst überließe.
So müsse ernst gemacht werden mit der Priorität des Ausbaus der Schiene vor weiterem Straßenbau. Gefordert wird daher eine durchgängige Nord-Süd-Schienenverbindung auf der Relation Lyon/Marseille - Hannover/Hamburg durch Umsetzen der Pläne für die Strecke Dijon-Mulhouse und die Durchtrassierung der Strecke Strasbourg-Ludwigshafen/Mannheim. Dadurch gäbe es auch eine Option auf Verlängerung des von Basel kommenden Euro-Rhin über Karlsruhe/Wörth hinaus bis Ludwigshafen/Mannheim. Dringlich sei in diesem Zusammenhang auch die Verlagerung des europäischen Schwerlastverkehrs auf die Schiene und die Planung von Güterverkehrszentren an geeignete Schnittstellen.
Darüber hinaus erfordert das Zusammenwachsen der Region ein die gesamte Fläche deckendes Nahverkehrskonzept, möglichst in Verbindung mit der Einführung grenzüberschreitender ÖPNV-Tickets.
Zur Erhaltung der Unverfälschtheit der zentraleuropäischen Region Oberrhein wird von den Umweltverbänden ein ganzheitliches Regionalentwicklungsprogramm gefordert. Dieses müsse u.a. die Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe, verbunden mit kurzen Transportwegen und regionalen Vermarktungsstrategien sowie ein abgestimmtes Handeln bei der Ansiedlungs- und Flächenpolitik zum Ziel haben. Auch ein grenzübergreifend abgestimmtes Konzept zum Kiesabbau auf beiden Seiten des Rheins sowie die Behandlung der Grundwasserproblematik sollen Inhalt des geforderten Programms sein.
Wichtig ist nach Meinung der vier
Umweltorganisationen auch die Angleichung der
nationalen Verwaltungsstrukturen, die einer
regional abgestimmten Raumordnung bisher im
Wege stünden.
Der genaue Wortlaut des Schreibens an die 13
Verantwortlichen für den Oberrhein ist
dieser Presseinformation beigefügt.
Informationen beim BUND-Regionalbüro Pfalz
Fon 06341/381672, Fax: 06341/381673,
E-Mail: [email protected]
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