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14. 11. 2003
Trinationale Zusammenarbeit des Umweltschutzes
Oberrheinregion als „Pilotregion für tiergerechte Tierhaltung“
COLMAR/Elsass. Unter der Schirmherrschaft der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Margit Conrad stand am gestrigen Samstag eine im oberelsässischen Colmar abgehaltene trinationale Tagung mit dem Titel „Artgerechte Tierhaltung und nachhaltige Landwirtschaft“. Die Veranstaltung ist ein weiterer Beitrag der am Oberrhein und der Nordwestschweiz in einem Kooperationsvertrag zusammenarbeitenden Umweltverbände BUND Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie Alsace Nature und BASNU (Schweiz). Neben zahlreichen anderen Sponsoren beteiligte sich auch die rheinland-pfälzische „Landeszentrale für Umweltschutz“ (LZU) mit einem namhaften Betrag an der Förderung des von ca. 150 Teilnehmern besuchten Colloquiums.
In ihrem zur Eröffnung verlesenen Grußwort sprach die Ministerin von der Notwendigkeit, sich dem „Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit und Tiergerechtigkeit“ zu stellen. Bereits 1999 habe ihr Ministerium eine Studie in Auftrag gegeben, die sich mit neuen Wegen für einen Schutz von Nutztieren in Europa befasste. Tierschutz, Verbraucherschutz, Umweltschutz und nachhaltige Landwirtschaftsentwicklung bildeten demnach eine untrennbare Einheit.
In der neuen EU-Agrarpolitik sieht M. Conrad erste Ansätze für eine größere Rolle von Umwelt- und Tierschutzaspekten. Jenseits der EU-Grenzen biete vor allem die Schweiz „in Sachen artgerechter Tierhaltung interessante Ansätze“ an.
Gerade wegen solch unterschiedlichen Fortschrittstempos bei der artgerechten Tierhaltung haben sich die vier beteiligten Verbände diese Tagung vorgenommen, um „aus den Erfahrungen der Nachbarländer zu lernen, sich auszutauschen und Denkanstöße für eine wirtschaftlich sinnvolle Umstellung in der Agrarpolitik zu geben“. Vor allem Frankreich hinkt hier noch hinterher.
Verfolgt wurde diese Zielsetzung mit Hilfe von ca. 10 Impulsreferaten von Vertretern aus Wissenschaft und Praxis aus allen drei Nationen. Die dargestellten Inhalte wurden zur Grundlage einer „table ronde“ unter dem Titel „Ein gerechter Preis für ethische Qualität“. Teilnehmer an der Podiumsrunde war neben anderen der Pfälzer Bioland-Bauer Manfred Nafziger (Zweibrücken).
Als Ertrag aus der Tagung wurde ein „Aktionsprogramm“ mit sehr konkreten Aussagen und Forderungen zu Tiergerechtigkeit - „während der ganzen Lebensdauer des Tieres“ - und zur Sicherstellung einer „Vermarktung zu einem fairen Preis“ verabschiedet. Demnach sollen die Regionen des Oberrheins zu „Pilotregionen der tiergerechten Tierhaltung“ werden.
Nächste trinationalen Schwerpunktthemen der vier Umweltverbände sollen „Schwerlastverkehr und Maut“ sowie der „Rhein als Ökosystem“ sein.
Quelle: BUND Rheinland-Pfalz
Informationen beim BUND-Regionalbüro Pfalz
Fon 06341/381672, Fax: 06341/381673,
E-Mail: [email protected]
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