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10.02.03
Rheinübergang Karlsruhe/Wörth: Verkehrsministerium verunsichert
Kostengünstigste und
ökologischste Variante öffentlich diskutieren!
Entweder ist das Verkehrsministerium schlechter informiert als der BUND - was
schon mal vorkommt - ; oder das Verkehrsministerium spielt nicht mit offenen
Karten - was auch schon vorgekommen sein soll.
Solche Überlegungen tun sich auf angesichts der grimmigen
Reaktionen ("Geistervariante", "Verunsicherung",
"Unsinn", "Verdrehung von Fakten") auf den jüngsten Vorstoß
des BUND zum Thema Rheinübergang. Es spricht einfach Bände, wenn an einem Tag
ein ministerieller Pressesprecher die vom BUND favorisierte Brücke eine
"Geistervariante" nennt, am Tag darauf aber ein Baudirektor plötzlich
dieselbe Variante als ein "vorliegendes Rechenexempel" bezeichnet,
dessen Kosten viel zu niedrig angesetzt seien.
Dabei erwähnt der BUND lediglich Fakten, die längst öffentlich zugänglich sind
und einem Fachministerium geläufig sein müssten; zu den verfügbaren Quellen
zählen im Einzelnen:
Ein RHEINPFALZ-Artikel vom 4. Februar 2003 zum Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans, der drei statt der von Ministeriumssprecher Wagner behaupteten zwei Brückenvarianten aufführt und der einschlägigen Mainzer Fachabteilung bekannt sein muss.
Die vom Mainzer Ministerium mitfinanzierte Machbarkeitsstudie zur
Rheinquerung aus dem Jahr 1999, die bei zwei der aufgeführten Varianten eine
Nordtangente für Karlsruhe vorsieht; zugleich bezeichnet sie die vom BUND
favorisierte Variante als die wirtschaftlichste und umweltverträglichste.
Die Rede ist vom "Einschieben" einer Brücke in Stahl- oder
Verbundbauweise.
Ein RHEINPFALZ-Artikel vom 2. März 2002, der die Ankündigung eines Raumordnungsverfahrens für den Sommer 2002 durch das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium belegt.
Was der BUND will, ist eine Brücke zwischen den Brücken. Diese ist eine
machbare und kostengünstige Variante im Zuge der Maßnahmen, die die
Brückensanierung erfordert. Sie dient der Aufnahme der vorhandenen
Verkehrsströme während der Brückensanierung und soll den befürchteten
Verkehrsinfarkt vermeiden. Die prognostizierten Verkehrszuwächse müssen
vernünftigerweise über alternative Verkehrsangebote bewältigt werden.
Was der BUND nicht will, ist die Eröffnung einer neuen Verkehrsquerachse.
Für den BUND steht fest: Er wird absolut kooperativ sein, solange es um das
Ziel der Brückensanierung geht, die Eröffnung einer weiteren Verkehrsachse über
den Rhein wird er bekämpfen. Beides sind zwei grundsätzlich verschiedene
Aspekte, auch wenn sie das Verkehrsministerium miteinander verknüpft.
Nachdenklich stimmt der Umstand, dass dem Verkehrsministerium ausgerechnet die
umweltschonendste und offensichtlich kostengünstigste Variante erst durch die
ehrenamtlich arbeitenden Vertreter des BUND über die Presse bekannt geworden
zu sein scheint. Wem hat hier also der Vorwurf der Unwissenheit zu gelten?
Dieses unglaubliche Faktum ist die eigentliche Verunsicherung der
Öffentlichkeit. Daher lautet die Forderung des BUND:
Heraus mit der Sprache und endlich eine öffentliche und dem Ernst der Sache
angemessene Diskussion der machbaren und verantwortbaren Alternativen!
Quelle: BUND Rheinland-Pfalz
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail:
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