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31.03.03
2. Rheinübergang / Bienwaldautobahn: Verkehrsplanung Südpfalz undurchsichtig
Nach wie vor bleibt völlig
unklar, was mit dem zeitlich drängenden Projekt 2. Rheinbrücke zwischen
Karlsruhe und Wörth nun endlich werden soll.
Im Rahmen der umweltpolitischen Rheinschifffahrt der im Oberrheinraum
kooperierenden Umweltverbände vom vergangenen Wochenende spielte auch dieses
Thema eine wichtige Rolle.
Die dem BUND auf Umwegen bekannt gewordenen 77 Millionen
Euro , die der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) für dieses Projekt
ansetzt, bleiben unerklärt. Diese Summe ist mit keiner der bisher aus einer
älteren Machbarkeitsstudie bekannt gewordenen Trassenvarianten in
Übereinstimmung zu bringen.
Gemäß Entwurf des BVWP soll es auf badischer Seite zu einer Nordtangente
kommen, gegen die sich dort bei der betroffenen Bevölkerung heftiger und
entschlossener Widerstand formiert. Wie jedoch auf rheinland-pfälzischer Seite
damit umgegangen und vor allem daran angeschlossen werden soll, - ob parallel
zur bestehenden Brücke (wesentlich kostengünstiger und umweltfreundlicher) oder
ca. 1,5 Kilometer weiter nördlich - darüber tappt bislang die Öffentlichkeit
völlig im Dunkeln. Während das baden-württembergische Verkehrs- und
Umweltministerium den kompletten Entwurf des BVWP und die Anmeldungen des
Landes allgemein zugänglich ins Internet gestellt hat, schweigt sich das
Verkehrsministerium des Landes Rheinland-Pfalz aus. Die Verbände würden sich
eine offensivere Informationspolitik wünschen.
Dass die "Bienwaldautobahn" wegen schwerer Umweltrisiken im Entwurf
des BVWP nur als "weiterer Bedarf" eingestuft ist, löste vor allem
auch bei den Elsässern große Erleichterung aus; so nämlich würde die
Etablierung einer "Achse Marokko - Dänemark" unterbleiben. Als
Wermuthstropfen jedoch zu vermerken ist, dass trotz Zurückstufung weiter
Planungsrecht für das 12-Kilometer-Projekt besteht. Was das für die Praxis
bis zum Jahr 2015 bedeutet, nachdem bereits ein Planfeststellungsverfahren und
zwei Raumordnungsverfahren für die "Bienwaldautobahn" ins Leere
gelaufen sind, ist völlig offen. Der Rechnungshof dürfte sehr genau hinsehen im
Fall, dass Planungsaufwand betrieben würde, wenn weder über den Standort einer
zweiten Rheinbrücke entschieden noch von Brüssel das letzte Wort darüber
gesprochen ist, welche Konsequenzen sich aus der FFH-Richtlinie für den
Bienwald ergeben.
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail:
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