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18.11.02

 

Flugplatz Ramstein: Beschwerde in Brüssel eingereicht

 

Land betreibt Zerstörung selbst gemeldeter FFH-Flächen

Der BUND Rheinland-Pfalz hat anlässlich des laufenden Genehmigungsverfahrens für den Ausbau des Militärflugplatzes Ramstein jetzt bei der Europäischen Kommission in Brüssel wegen Nichtbeachtung von EU-Richtlinien Beschwerde eingelegt.

 

Es geht um den Verlust von ca. 300 Hektar Biotopfläche in der "Westricher Moorniederung", die das Land Rheinland-Pfalz als FFH-Gebiet nach Brüssel hat melden lassen, die nun aber vom "Landesbetrieb Straßen und Verkehr Rheinland-Pfalz" für das amerikanische Militär zur Überbauung verplant werden.


Die BUND-Beschwerde stützt sich im Wesentlichen auf folgende Punkte:

 

Ø       Für die Errichtung einer komplett neuen Start- und Landebahn auf eine Länge von 3,6 Kilometern wurde keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt.

Dabei gibt es überhaupt keinen Grund, militärische Anlagen von einer solchen Prüfung auszunehmen. Das deutsche UVP-Gesetz  erstreckt sich gemäß § 2, Abs. 2 durchaus auch auf "Vorhaben, die der Landesverteidigung dienen". Ebenso verlangt Artikel 54 A, Abs. 2 des Zusatzabkommens zum NATO-Truppenstatut  die Prüfung der Umweltverträglichkeit "so frühzeitig wie möglich bei allen Vorhaben"

Hieraus ergibt sich zwingend, dass das luftverkehrsrechtliche Genehmigungsverfahren für Ramstein einer Öffentlichkeitsbeteiligung entsprechend den Vorschriften für ein Planfeststellungsverfahren (öffentliche Auslegung der Unterlagen, Erörterungstermin) bedarf.

Ø       Für die Inanspruchnahme des durch die Landesregierung für das europäische ökologische Netz Natura 2000 gemeldeten FFH-Gebietes mit einzigartigen prioritären Lebensräumen wurde weder die vorgeschriebene FFH-Verträglichkeitsprüfung vorgenommen noch eine Stellungnahme der EU-Kommission eingeholt.

Ø       Eine Alternativprüfung mit den für derartige Projekte vorgesehenen Standards ist nicht erfolgt. Es wurde weder auf eine Alternative zum Standort Ramstein eingegangen noch wurde die Planungsvariante "Ausbau der bestehenden Nordbahn zur Haupt-Start-und-Landebahn" in den Variantenvergleich aufgenommen, um so Eingriffe in den Naturhaushalt zu vermeiden.


falls Sie Fragen haben, einfach anrufen. 

Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz

oder senden Sie uns ein E-Mail: [email protected]

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