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31.12.02
Leserbrief zu den Berichten über Photovoltaik in den Schulen u.a.
Wie erfreulich, dass sich
auch ein großer Energieversorger der regenerativen Energie in Form von
Photovoltaikanlagen auf Schuldächern annimmt..... könnte man meinen.
Bei genauerer Betrachtung hingegen fällt auf, dass diese Aktionen aus rein
finanziellen Überlegungen heraus getroffen wurden und nur dazu dienen, den
Pfalzwerken, ansonsten bestimmt ein verlässlicher und wichtiger
Energieversorger, das "Grüne Deckmäntelchen" überzustülpen.
Fakt ist, dass bei den drei genannten Schulen für
Photovoltaikanlagen zwar 60 TSD EUR eingesetzt, aber nach Abzug der 24 TSD EUR
Landeszuschuss nur 36 TSD EUR von den Pfalzwerken direkt investiert worden
sind.
Ein kleiner, aber feiner Unterschied, denn im gleichen Bericht zu behaupten,
die Anlagen rechneten sich auch in diesem Fall erst mit der Einspeisevergütung
nach 20 Jahren, ist ein Schlag ins Gesicht für alle anderen PV Investoren, denn
unter diesen Umständen profitiert die Pfalzwerke schon viel früher von dieser
Anlage, da diese bereits nach ca. 8 - 9 Jahren durch die Einspeisevergütung in
die "Gewinnzone" fahren wird. Ich weiß, da ich selbst Angebote für
Schulanlagen abgeben sollte, dass nur Anlagen für 20.000 EUR "genehm"
waren, denn bis zu dieser "Höchstgrenze" bekam man einen 50 %igen
Landeszuschuss, d.h., die Anlage kostete nur 10 TSD EUR brutto, d.h. für die
Pfalzwerke nur 8.620 EUR netto (MWSt. wird, wie bei allen anderen Kunden auch,
erstattet.). Bei ca. 1.200 EUR zu erwartender Einspeisevergütung pro Jahr ist
bereits nach ca. 7 Jahren diese Investition refinanziert. Ich weiß zwar nicht,
was betriebswirtschaftlich noch alles "schöngerechnet" wird, aber bei
meinen eigenen knapp 80 Anlagen ist z.B. der Wartungsaufwand gleich null.
Außerdem gehe ich davon aus, dass zwar die Pfalzwerke kein KfW Darlehn bekommen
hat, aber bestimmt auch recht günstig an das restliche Geld gekommen ist.
Selbst wenn man nun noch 2 weitere Jahre für Zinsen u.a. Ausgaben hinzurechnet,
ist ein reiner Gewinn nach ca. 9 Jahren keine schlechte Sache, denn die
Vergütung pro eingespeister Kilowattstunde gibt es ja bekanntlich garantiert
für 20 Jahre!
Kurzum, hier wird mal wieder suggeriert, wie aktiv angeblich Energieversorger
in Sachen Umwelt sind. Ich frage mich dabei, warum nunmehr kein einiges neues
Schulprojekt umgesetzt wird? Ach ja, das Land Rheinland Pfalz hat den Zuschuss
für Photovoltaik gestrichen!
Die angeblich so milde "Umweltgabe" reduziert sich daher auf ein rein
geschäftliches Interesse eines Energieversorgers. Da sind mir meine über 70
PV-Kunden, die unter den normalen Umständen mit einer Amortisationszeit von 13
bis 15 Jahren auch zufrieden sind, viel lieber.
Das wichtige Ziel, die regenerativen Energien endlich massiv umzusetzen und die
Synergieeffekte (Schaffung von heimischen Arbeitsplätzen, regionale
Wertschöpfung, Unabhängigkeit) zu nutzen, kann so wohl nicht erreicht werden.
Glaubhaft ist für mich ein Schulobjekt nur, wenn auch wenigstens versucht wird,
die vorhandene, große Dachfläche zu nutzten, denn nur so kann das Potential der
solaren Stromerzeugung nicht nur umgesetzt, sondern auch eindrucksvoll
demonstriert werden. Alle Verantwortlichen Entscheidungsträger, insbesondere in
der Kommunal- Stadtpolitik, sind jetzt aufgerufen, endlich Farbe zu bekennen und
nicht, wie es z.B. OB Dr. Wolff so gerne versucht, die Windkraft mit schon
peinlichen und lächerlichen Argumenten hinter die Geothermie zu stellen. Auch
hier dürfte durch seine politische Verbundenheit mit der Energie Südwest der
Grund in einer anderen Richtung zu suchen sein. H. Wolff sollte sich lieber
i.S: PV Anlage auf dem Sparkassengebäude einsetzen und sich seiner
Versprechungen anl. eines Vortages mit Dr. F. Alt 2001 erinnern.....
Schade, dass sich auch die Presse durch mangelndes Recherchieren in ein
schwaches Licht stellt. Auch in diesem Bereich könnte eine sachliche, vor allem
umfangreichere und stetigere Berichterstattung nichts schaden.
Regenerative Energien kosten nicht die Welt, helfen aber, sie zu erhalten.
Quelle: A. Stulier, Solartechnik, Essingen
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail:
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