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17.05.2004
Rheinbrücke Karlsruhe-Wörth:
SPD Karlsruhe ernst nehmen!
Es gibt Alternativen. Realitäten beachten!
Die Karlsruher SPD hat - gemäß RHEINPFALZ-Berichterstattung
- in der Diskussion um die Lösung Rhein überschreitender
Mobilitätsfragen einen bemerkenswerten Beitrag geleistet. Sie wagt
gegen den verkehrspolitischen Zeitgeist eine Verkehrsträger
übergreifende Betrachtung durch Einbeziehung des Schienenverkehrs.
Dies wird vom BUND Rheinland-Pfalz ausdrücklich begrüßt.
Aus folgenden Gründen sind hierin keine "leeren Sprüche" zu sehen:
Alleine eine Stadtbahn Germersheim - Wörth - Karlsruhe könnte dem Individualverkehr über denn Rhein ca. 8000 Pendler entziehen. Dies wird von Experten und Kennern der Situation nachdrücklich versichert. Damit ist noch nichts gesagt über zusätzliche Entlastungsmöglichkeiten durch eine gut vertaktete Stadtbahnverbindung zwischen Landau und Karlsruhe.
Hinzu kommt das aus
der RHEINPFALZ-Veröffentlichung vom 7. Mai bekannt gewordene
positive Kosten-Nutzen-Ergebnis, das das Karlsruher Ingenieur-Büro
PTV ermittelt hat. Dort hatte man sowohl für eine Stadtbahn wie
auch für eine Fortführung der S-Bahn gute Prognosen errechnet. Zu
fragen ist daher:
Warum rechtsrheinisch 500 bestens genutzte Stadtbahn-Kilometer und
in Rheinland-Pfalz immer noch gerade mal 5 Kilometer?
Es gibt bisher
keine amtliche Bestätigung dafür, dass zum Zweck einer
Brückensanierung überhaupt eine Totalsperrung technisch
erforderlich ist.
Das in der RHEINPFALZ heute veröffentlichte Foto zeigt im Übrigen
deutlich, dass erforderlichenfalls genug Platz wäre für eine vom
BUND favorisierte "Brücke zwischen den Brücken".
Das immer wieder vorausgesagte weitere Verkehrswachstum scheint offenbar gar nicht einzutreten. Dies jedenfalls betonen unabhängige Verkehrswissenschaftler immer häufiger. Damit stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Planung, die mit einer weit nach Norden verschobenen nagelneuen Brücke unbedingt ein "neues Fass aufmachen" will.
Im wünschenswerten
Zeitraum könnte eine solche Brücke kaum errichtet werden aufgrund
ihrer problematischen Auswirkungen auf sensible Naturräume, des
damit verbundenen "naturschutzrechtlichen Planungsauftrags" und
der hierdurch aufgeworfenen europarechtlichen Fragen. Außerdem
trifft dieses Projekt und die damit zusammenhängende Nordtangente
auf den erbitterten und organisierten Widerstand der Bürger von
Knielingen, Mühlburg und Umgebung.
Die nordbadische Politik wird auf Dauer nicht über die Köpfe ihrer
Bevölkerung hinweg entscheiden wollen.
Wir leben in Zeiten, die eine nüchternere Herangehensweise an die gegebenen Mobilitätsprobleme verlangen. In diesem Falle muss das keineswegs schädlich sein für die vielfache Verflechtung zwischen dem Ballungsraum Karlsruhe und der Südpfalz.
Quelle: BUND Rheinland-Pfalz
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
oder senden Sie uns ein E-Mail:
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