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28.08.2000BUND: Elsässer haben kein Interesse an schneller Realisierung der Bienwald-Autobahn
Als "grundsätzlich falsch" bezeichnet der rheinland-pfälzische BUND-Vorsitzende Ulrich Mohr die Einschätzung von OB Dr. Wolff, dem Bau einer Autobahn auf französischer Seite müsse der Lückenschluss im Bienwald folgen.
So sei es den Elsässern mit der Autobahn durch den Bienwald keineswegs eilig. Das habe der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag, Clemens Nagel, anlässlich des Fachgesprächs über "umweltrelevante Themen in der Südpfalz" am 23.08.00 in Kandel bestätigt. Seiner Aussage zufolge ist die elsässische Seite derzeit sogar bemüht sei, eine schnelle Realisierung der Bienwald-Autobahn zu verhindern.
"Dies hängt mit dem befürchteten Verkehrskollaps in der Straßburger Region zusammen, die beim Lückenschluss der internationalen Transitstrecke zu erwarten ist" meint hierzu der BUND-Vorsitzende. "Das Straßensystem in und um Straßburg ist derzeit nicht in der Lage, die zu erwartenden Verkehrszuwächse aufzunehmen. Dazu müsste erst die große Westspange um Straßburg gebaut werden"
Nach Ansicht von Ulrich Mohr zeigt sich hier wieder deutlich, dass jede Straßenbaumaßnahme weitere nach sich zieht. "Wann endlich kommt die Einsicht, dass dieser Teufelskreis nur durch alternative Verkehrskonzepte zu durchbrechen ist? Entgegen den Äußerungen von Oberbürgermeister Dr. Wolff sind die bisherigen Verbesserungen der Bahnverbindungen in das Elsass noch lange nicht ausreichend. Immer noch stehen beispielsweise die Vertaktung der Bahnstrecke Wörth-Lauterburg und eine Stadtbahnlinie Lauterburg-Karlsruhe aus."
Sollte die Bienwald-Autobahn tatsächlich gebaut werden, droht der Südpfalz nach Einschätzung des BUND-Vorsitzenden ein unvorstellbares Verkehrsinferno. "Offenbar haben das die betroffenen Bienwaldgemeinden schon realisiert und sich einmütig gegen die Autobahn ausgesprochen. Landau liegt wohl zu weit von der Autobahn entfernt, um sich konkret von den gravierenden Negativfolgen abschrecken zu lassen." Nur so lasse sich die Haltung des Oberbürgermeisters erklären.
Völliges Unverständnis äußert der BUND in diesem Zusammenhang auch darüber, welch hoher Stellenwert den Äußerungen eines Geografie-Studenten zur Bienwald-Autobahn eingeräumt wird. "In dieser Angelegenheit gibt es so viele widerstreitende Expertenmeinungen, da sollte die Einschätzung eines einzelnen Studenten doch etwas zurückhaltender beurteilt werden" so Mohr.
Kontaktadresse: BUND Regionalbüro Pfalz
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