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05.03.2006

2. Rheinbrücke

BUND: Was ist so kritisierenswert am Verlangen nach Aufklärung?

In Erwiderung auf den RHEINPFALZ-Artikel „Klare Entscheidung für zweite Rheinbrücke gefordert“ vom 28. Februar 2006 möchte sich der BUND folgendermaßen äußern:

Weiß Herr Bauer wirklich, was „die Menschen in der Südpfalz“ wollen? Sollte nicht erst einmal ein Beitrag dazu geleistet werden, dass diesen „Menschen in der Südpfalz“ die Lücken und Widersprüche der Planungsbehörde im Raumordnungsverfahren zur 2. Rheinbrücke aufgezeigt werden?
Denn diese Menschen werden in ihrem Alltags-Leben auszubaden haben, was die so „lebenswichtige“ 2. Brücke ihnen bringen wird.
Was uns Bürgern in den Planungsunterlagen gezeigt wird, sollte nach Ansicht des BUND in folgenden Zusammenhängen gesehen werden:

1)     Die Politik beider betroffener Bundesländer will eine Aufweitung des Raumes Südpfalz/Karlsruhe zum Transitkorridor für den internationalen Schwerlastverkehr. Eine zweite Rheinbrücke wäre hierzu der alles Weitere bedingende Türöffner (Nordtangente, Bienwaldautobahn, Vierspurige B 10 u. a.)

2)     Was Herr Bauer „erfundene Großprojekte“ nennt, ist nur die logische Konsequenz aus einer Nordbrücke, die für sich alleine ein funktionsloser Torso in der Landschaft wäre.

3)     Die Autobahnquerspange ist Teil des von den Straßenplanern beabsichtigten „Straßenleitersystems“ im Oberrheinraum  -  mit den „Holmen“ A 5 rechtsrheinisch und A 35 / B 9 / A 65 / A 61 linksrheinisch. Zwischen den beiden Holmen sollen  „Leitersprossen“ eingefügt werden. So wie in der Vergangenheit die Autobahnquerspange bei Berg/Neuburg. Diese wurde im aktuellen Bundesverkehrswegeplan gestrichen. Die neue Option ist die Nordbrücke in Verbindung mit der  in dieser Konstellation zwangsläufig notwendig werdenden Nordtangente für Karlsruhe.

4)     Den Planern ist vorzuwerfen, dass sie bis heute kein Gesamtszenario entworfen haben und unter dem Vorwand der Brückensanierung von ihren großräumigen und überregionalen Absichten ablenken wollen.

Der BUND stellt außerdem folgende Fragen an Herrn Bauer:

1.     Wie kann man von Minderheiten reden? Schließlich lehnt die Mehrheit im Karlsruher Stadtrat eine Nordbrücke ab Und im Übrigen lehnt eine in den Verbandsgemeinden Hagenbach, Wörth und Kandel repräsentierte Mehrheit die Bienwald-Autobahn ab, ein Straßenprojekt immerhin, mit dem die Notwendigkeit einer 2. Rheinbrücke begründet wird.

2.     Was für ein Verantwortungsbewusstsein liegt eigentlich vor, wenn die auf der badischen Seite vorhandenen Verkehrsprobleme, die sich durch die linkrheinischen Planungen weiter verschärfen werden, einfach von den Badenern alleine gelöst werden sollen?

3.     Wie kann man einfach übersehen, dass die Zahlen in den Planungsunterlagen für die Bürger Maximiliansau keine Entlastung bringen werden? Ja, dass das zu Ende gedachte Szenario nicht nur Maximiliansau, sondern darüber hinaus dem gesamten Raum Wörth weitere Belastungen bringen wird?

4.     Warum richtet sich der Ärger der Bürgerinitiative gegen diejenigen, die nur um Klärung offener Fragen und Widersprüche nachsuchen? Warum nicht gegen diejenigen, die fragwürdige Planungen vorlegen und bis heute ein Gesamtszenario verweigern; die mit unvollständigen Unterlagen Verkehrspolitik treiben; die es unterlassen, bei einem Landesgrenzen überschreitenden Projekt sich mit der gegenüberliegenden Rheinseite zu gemeinsamen Lösungen abzustimmen?

Quelle: BUND Rheinland-Pfalz


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