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28. 10. 2003
Kaiserslautern: Gegner des Air Base Ausbaus argumentieren
weiter
RAMSTEIN-MIESENBACH: Neues Gutachten vorgelegt - Anwalt spricht von
¸¸aberwitzigen Planungs-Voraussetzungen"
Die Gegner
des Ramsteiner Flugplatz-Ausbaus haben ein neues Gutachten vorgelegt. Das
elfseitige Papier bewertet einige Planungsgrundlagen, die der Baugenehmigung
zugrunde liegen, als unrealistisch. ¸¸Einige der Voraussetzungen sind völlig
irreal und aberwitzig", sagte gestern der Anwalt der ¸¸Bürgerinitiative
Westpfalz für mehr Lärmschutz und Lebensqualität" (BIW), Wolfgang Baumann.
Baumanns Würzburger Büro vertritt rund 75 Gegner des
Flugplatz-Ausbaus, die gegen die Genehmigung geklagt haben. Das Gutachten stammt
von einem Offenbacher Ingenieur, der nach Angaben Baumanns weltweit bereits über
30 Flugplätze gebaut hat. ¸¸Er hat sich", so Baumann, ¸¸Gedanken gemacht über
die Notwendigkeit des Flugplatzes Ramstein, über Alternativen zum Standort und
über eine kleinräumigere Planungsvariante".
Unter anderem heißt es in dem Gutachten, bei der Bemessung der
Länge der Start- und Landebahn sei von falschen Voraussetzungen ausgegangen
worden. Die in der Baugenehmigung formulierte Forderung einer vollen Betankung
und vollen Beladung der startenden Flugzeuge ¸¸geht in die Irre", so der
Experte: ¸¸Kein Flugzeug kann voll beladen und voll betankt - unabhängig von der
Länge der verfügbaren Startstrecken - vom Boden abheben, geschweige denn
landen." Folglich seien ¸¸die derzeit auf dem Flugplatz Ramstein verfügbaren
Flächen für das von der Genehmigungsbehörde angeführte Flugzeug ,Galaxy C5"
ausreichend".
Für Wolfgang Baumann sind ¸¸insofern die Grundlagen für den
Erforderlichkeitsnachweis des Ausbaus mehr als fragwürdig". Darüber hinaus sei
derzeit gar keine Funksendefrequenz frei, um einen Instrumentenanflug auf die
neue Landebahn ermöglichen zu können. Vielmehr müsste gegebenenfalls einem
anderen Flugplatz eine Frequenz entzogen werden, sagt der Würzburger Jurist.
Auch gebe es generelle Alternativen zum Standort Ramstein.
¸¸Außer dem Staatsvertrag und dem politischen Willen existieren keine sachlichen
Gründe für Ramstein", so Baumann. Sowohl im Osten der Bundesrepublik als auch in
Osteuropa gebe es bereits zahlreiche Flugplätze mit der erforderlichen
Landebahnlänge. Dort wären überdies weder Anwohner noch Naturschutzflächen
betroffen, argumentiert Baumann.
Weiterhin kommt das Gutachten des Offenbacher Experten zum
Ergebnis, die ¸¸Vorhabensvarianten" seien ¸¸zum Teil keine wirklichen
Varianten". Auch seien eine Verlängerung der bestehenden Start- und Landebahn
sowie ein Ausbau des jetzigen Zubringers gar nicht untersucht worden. Laut
Gutachten würde ¸¸diese Lösung (...) zu wesentlich günstigeren Baukosten und
einer unproblematischen, (weil) bereits bestehenden Rollführung führen".
Breiten Raum nimmt in der Expertise das Thema Fluglärm ein. So
hätte nach Angaben Baumanns eine Verschwenkung der Startbahn um zehn Grad zu
einer geringeren Lärmbelastung der Stadt Kaiserslautern geführt. ¸¸Das wäre die
beste Gelegenheit für Kaiserslautern, eine Verbesserung der Lärmsituation
herbeizuführen", sagt der Rechtsanwalt. ¸¸Es wäre eine städteplanerische
Wohltat, wenn die Trasse verschwenkt würde. Aber die Stadt scheint den
Amerikanern willfährig ergeben zu sein."
Baumann hat das Gutachten bereits dem Verwaltungsgericht Neustadt
vorgelegt. Außerdem gibt es zwischenzeitlich eine separate Expertise zur
Lärmbelastung durch den Air-Base-Ausbau. Laut Baumann haben einzelne Kläger
¸¸bei den zu erwartenden Lärmwerten an ihrem Wohnort mit hoher Wahrscheinlich
massive Gesundheitsbeeinträchtigungen zu befürchten, etwa
Herz/Kreislauferkrankungen".
Wann eine Entscheidung des Neustadter Verwaltungsgerichts zu
erwarten ist, steht derzeit nicht fest. Im Vormonat hatte die Behörde einen
Eilantrag gegen den Sofortvollzug der Baugenehmigung abgelehnt.
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.239
Datum: Mittwoch, den 15. Oktober 2003
Seite: Nr.17
Zweibrücken: Flugplatz-Pläne unrealistisch?
RAMSTEIN-MIESENBACH: Neues Gutachten der Bürgerinitiative liegt vor
Die Gegner des Ramsteiner Flugplatz-Ausbaus haben ein neues
Gutachten vorgelegt. Das elfseitige Papier bewertet einige Planungsgrundlagen,
die der Baugenehmigung zugrunde liegen, als unrealistisch. ¸¸Einige der
Voraussetzungen sind völlig irreal und aberwitzig", sagte gestern der Anwalt der
¸¸Bürgerinitiative Westpfalz für mehr Lärmschutz und Lebensqualität" (BIW),
Wolfgang Baumann.
Baumanns Würzburger Büro vertritt rund 75 Gegner des
Flugplatz-Ausbaus, die gegen die Genehmigung geklagt haben. Das Gutachten stammt
von einem Offenbacher Ingenieur, der nach Angaben Baumanns weltweit bereits über
30 Flugplätze gebaut hat. ¸¸Er hat sich", so Baumann, ¸¸Gedanken gemacht über
die Notwendigkeit des Flugplatzes Ramstein, über Alternativen zum Standort und
über eine kleinräumigere Planungsvariante".
Unter anderem heißt es in dem Gutachten, bei der Bemessung der
Länge der Start- und Landebahn sei von falschen Voraussetzungen ausgegangen
worden. Die in der Baugenehmigung formulierte Forderung einer vollen Betankung
und vollen Beladung der startenden Flugzeuge ¸¸geht in die Irre", so der
Experte: ¸¸Kein Flugzeug kann voll beladen und voll betankt - unabhängig von der
Länge der verfügbaren Startstrecken - vom Boden abheben, geschweige denn
landen." Folglich seien ¸¸die derzeit auf dem Flugplatz Ramstein verfügbaren
Flächen für das von der Genehmigungsbehörde angeführte Flugzeug ,Galaxy C5"
ausreichend".
Für Wolfgang Baumann sind ¸¸insofern die Grundlagen für den
Erforderlichkeitsnachweis des Ausbaus mehr als fragwürdig". Darüber hinaus sei
derzeit gar keine Funksendefrequenz frei, um einen Instrumentenanflug auf die
neue Landebahn ermöglichen zu können. Vielmehr müsste gegebenenfalls einem
anderen Flugplatz eine Frequenz entzogen werden, sagt der Würzburger Jurist.
Auch gebe es generelle Alternativen zum Standort Ramstein.
¸¸Außer dem Staatsvertrag und dem politischen Willen existieren keine sachlichen
Gründe für Ramstein", so Baumann. Sowohl im Osten der Bundesrepublik als auch in
Osteuropa gebe es bereits zahlreiche Flugplätze mit der erforderlichen
Landebahnlänge. Dort wären überdies weder Anwohner noch Naturschutzflächen
betroffen, argumentiert Baumann.
Weiterhin kommt das Gutachten des Offenbacher Experten zum
Ergebnis, die ¸¸Vorhabensvarianten" seien ¸¸zum Teil keine wirklichen
Varianten". Auch seien eine Verlängerung der bestehenden Start- und Landebahn
sowie ein Ausbau des jetzigen Zubringers gar nicht untersucht worden. Laut
Gutachten würde ¸¸diese Lösung (...) zu wesentlich günstigeren Baukosten und
einer unproblematischen, (weil) bereits bestehenden Rollführung führen".
Breiten Raum nimmt in der Expertise das Thema Fluglärm ein. So
hätte nach Angaben Baumanns eine Verschwenkung der Startbahn um zehn Grad zu
einer geringeren Lärmbelastung der Stadt Kaiserslautern geführt. ¸¸Das wäre die
beste Gelegenheit für Kaiserslautern, eine Verbesserung der Lärmsituation
herbeizuführen", sagt der Rechtsanwalt. ¸¸Es wäre eine städteplanerische
Wohltat, wenn die Trasse verschwenkt würde. Aber die Stadt scheint den
Amerikanern willfährig ergeben zu sein."
Baumann hat das Gutachten bereits dem Verwaltungsgericht Neustadt
vorgelegt. Außerdem gibt es zwischenzeitlich eine separate Expertise zur
Lärmbelastung durch den Air-Base-Ausbau. Laut Baumann haben einzelne Kläger
¸¸bei den zu erwartenden Lärmwerten an ihrem Wohnort mit hoher Wahrscheinlich
massive Gesundheitsbeeinträchtigungen zu befürchten, etwa
Herz-Kreislauferkrankungen".
Wann eine Entscheidung des Gerichts zu erwarten ist, steht nicht
fest. Im Vormonat hatte das Gericht den Eilantrag gegen den Vollzug der
Baugenehmigung abgelehnt.
Quelle:
Verlag: Rheinpfalz Verlag GmbH & Co. KG
Publikation: Pirmasenser Rundschau
Ausgabe: Nr.239
Datum: Mittwoch, den 15. Oktober 2003
Seite: Nr.20
Informationen beim BUND-Regionalbüro Pfalz
Fon 06341/381672, Fax: 06341/381673,
E-Mail: [email protected]
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